Die Jobstkapelle - ein Kleinod mitten im "Gottesacker", sprich auf dem Friedhof
Vermutlich wurde bereits im frühen 15. Jahrhundert (in katholischer Zeit), mit Entstehung des Friedhofs, eine erste Kapelle errichtet. So lässt sich die Benennung nach dem Heiligen Jodokus erklären, der im 7. Jahrhundert ein französischer Schutzheiliger der Pilger und Helfer gegen Fieber und Pest war. In 1554, der evangelischen Zeit, wurde eine Nachfolge-Kapelle errichtet. Der Name Jobstkapelle wurde beibehalten.
Am 4. April 1945 wurde die Kapelle durch amerikanische Tiefflieger vollständig zerstört. Mit dem Wiederaufbau wurde im April 150 begonnen. Nach zwei Jahren wurde im April 1952 Einweihung gefeiert. Im Chorram entstand eine Gedächtnisstätte für Gefallene und Vermisste des 2. Weltkrieges.
Eine aus Lindenholz gearbeitete, lebensgroße Kreuzigungsgruppe beherrscht die Kapelle. Eine auffällig gestaltete Wandmalerei befindet sich über dem Altarbogen. Es zeigt den auferstandenen Christus, der die Schlange mit Füßen tritt. Rechts und links sind Engel mit Krone und Schwert, den Symbolen für göttliche Macht und Gericht, zu sehen.
Die Grab– und Wappenplatten an der Außenfassade der Jobstkapelle stammen aus den Grüften der Stadtkirche bzw. auf dem Friedhof, der um die Stadtkirche angelegt war.
Die Kapelle inmitten des Friedhofs ist von Mai bis September täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Dann finden auch freitags um 19:30 Uhr Wochenschlussandachten statt.