Schutzkonzept Sexualisierte Gewalt

Die Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirke Bad Windsheim und Uffenheim sollen einladende und sichere Orte des Glaubens und der Gemeinschaft sein, an denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene einander in Sicherheit und Respekt begegnen können.
Prävention ist in den Dekanatsbezirken ein großes Anliegen. Das vorliegende Schutzkonzept wurde erstmalig im Zeitraum von Juni 2024 bis Januar 2025 von einem Team der Dekanate Bad Windsheim und Uffenheim zusammen mit Judith Grosser
erarbeitet und wird fortlaufend weitergeschrieben. Das Konzept will Sensibilität und Aufmerksamkeit gegenüber sexualisierter Gewalt fördern und konkrete Präventionsstandards festschreiben. Uns ist bewusst: Nur ein gelebtes Präventionskonzept erfüllt seine Funktion. Es ist Ausdruck gelebten Glaubens.


Im Nachgang finden sich Informationen aus dem Schutzkonzept zu unserem Leitbild, dem Verhaltenskodez und dem Beschwerdemanagement, beispielhaft für die Kirchengemeinde Uffenheim. 

Leitbild
Leitbild zum Umgang mit sexualisierter Gewalt

Jeder Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Dies verleiht uns Menschen Würde – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung oder ethnischer Herkunft. In unserer Kirchengemeinde und in unserem Dekanatsbezirk wollen wir diese Würde achten.  Alle Mitarbeitenden übernehmen Verantwortung für den Schutz der uns anvertrauten Personen vor grenzüberschreitendem Verhalten und Übergriffen, vor physischer, psychischer, sprachlicher und sexualisierter Gewalt. Gewalt hat keinen Raum in unseren Gemeinden.
Wir wollen Menschen, ganz besonders Kindern und Jugendlichen, sichere Räume bieten, in denen sie Gottes Segen erfahren können. Wir wollen einen sicheren Rahmen schaffen, in dem Nähe, Gemeinschaft und geteilter Glaube erlebt werden können.
Wo Menschen einander begegnen, besteht das Risiko für Verletzungen und Fehler. Diese werden, wenn sie geschehen, nicht verschwiegen. Wo es zu Grenzüberschreitungen oder gar Übergriffen kommt, unterstützen wir aktiv den Umgang mit Beschwerden und Fehlern. Dabei orientieren wir uns an einer Kultur der Achtsamkeit.
In unserem Verhaltenskodex, den alle hauptberuflichen, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in einer Selbstverpflichtung unterschreiben, wird deutlich, wie dieses Leitbild in unserer täglichen Arbeit umgesetzt wird. Auch erinnern wir an die Einführungsverpflichtung jeder Berufsgruppe und Ehrenamtlicher (z.B. Ordination, Verpflichtungsfrage Kirchenvorstand).

Verhaltenskodex
Verhaltenskodex 
der Kirchengemeinden Uffenheim, Gollhofen und der Pfarreien Seenheim-Ermetzhofen, Ulsenheim | Stand: 30. Juli 2025


Die Arbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern lebt durch Beziehungen von Menschen miteinander und mit Gott. Unsere Arbeit mit allen Menschen, insbesondere mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen ist getragen von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen.
Grundgedanke des Verhaltenskodex ist die „Voice-, Choice- und Exitoption“
Voice (Recht, die eigene Stimme zu erheben) Choice (Wahl in der Situation) Exit (Ausstiegsmöglichkeit).

  1. Ich verpflichte mich, alles zu tun, dass bei uns in der Kirchengemeinde keine sexuellen Übergriffe und sexueller Missbrauch, Vernachlässigung und andere Formen der Gewalt möglich werden.
  2. Ich achte auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Nähe und Distanz: Ich nehme die individuelle Grenzempfindung anderer Personen wahr und ernst. Ich respektiere die Intim- und Privatsphäre und die persönlichen Grenzen der Scham anderer.
  3. Bei Einzelkontakten halte ich das „Prinzip der offenen Tür“ ein.
  4. Meine Kommunikation ist respektvoll und wertschätzend, sowohl im direkten Gespräch als auch im digitalen Raum. Ich achte darauf, miteinander, statt übereinander zu reden.
  5. Ich verzichte auf abwertendes Verhalten und auf demütigende und übergriffige Sprache und achte darauf, dass andere dies ebenso einhalten.
  6. Wenn ich unangemessenes und grenzüberschreitendes Verhalten bei meiner Tätigkeit bemerke oder von ihr erfahre, schaue ich nicht weg. Ich wende mich an die beauftragten Ansprechpersonen der Kirchengemeinde/des Dekanatsbezirkes oder an die Fachberatungsstelle der ELKB.
  7. Ich bin ansprechbar und kritikfähig, wenn anderen an meinem Verhalten etwas Unangemessenes auffällt.
  8. Ich nehme diesen Verhaltenskodex ernst und halte ihn ein. 
     
Beschwerdemanagement
Beschwerdemanagement

Rückmeldungen und Beschwerden werden innerhalb unserer Kirchengemeinden wahr- und ernst genommen. Sie sind eine wichtige Möglichkeit, bei Bedarf aktiv zu werden und Vorfälle von sexualisierter Gewalt zu melden. Kindern und Jugendlichen müssen ebenso entwicklungsangemessene Beschwerdemöglichkeiten zur Verfügung stehen wie Erwachsenen.
Um die Grundvoraussetzung für gelingende Rückmeldung zu schaffen, begegnen wir uns auf Augenhöhe und nehmen Beschwerden ernst. Wir bagatellisieren sie nicht, sondern gehen den Vorwürfen zeitnah nach.

In unseren Kirchengemeinden stehen folgende Beschwerdemöglichkeiten zur Verfügung: